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Bekannte Pornoakteure oder Ex-Pornodarsteller

Während in früheren Zeiten die an der Herstellung von Pornofilmen beteiligten Akteure oft unerkannt bleiben wollten (teilweise auch aus Angst vor drohender Strafverfolgung), nutzen heutzutage einige Mitglieder der Szene ihre dortige Popularität ganz bewusst aus, um eine Karriere auch außerhalb der Pornobranche gezielt voran zu treiben. Als Beispiele für Pornoakteure oder ehemalige Pornodarsteller, die es gerade wegen oder aber trotz ihrer für viele Mitmenschen als anrüchig geltenden Vergangenheit auch anderweitig zu Bekanntheit oder Ruhm gebracht haben, gelten u. a.:

* Cicciolina, mit bürgerlichem Namen Ilona Staller; saß von 1987 bis 1992 als Abgeordnete im italienischen Parlament.
* Thom Barron, (* 1971 als Ralf K.) gilt als international erfolgreichster schwuler Pornodarsteller aus Deutschland.
* Dolly Buster, mit bürgerlichem Namen Nora Baumberger; versuchte 2004 in Prag für die Wahl zum Europäischen Parlament anzutreten, zog sich aber wegen eines Eklats mit der Partei Nezavisle Iniciativy (Unabhängige Initiative) wieder zurück.
* John Holmes (. 1988 an AIDS) konnte einen Penis von 33 cm Länge vorweisen und galt damit als eine Art früher Supermann der Branche. Mit dem Film Boogie Nights setzte man Holmes 1997 ein Denkmal, 2003 mit Wonderland erneut.
* Mary Carey, mit bürgerlichem Namen Mary Cook; nahm 2003 an der Wahl zum Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien teil. Auch wenn sie nur 11.061 Stimmen erzielen konnte (Wahlgewinner Arnold Schwarzenegger erhielt 4.158.194), schaffte sie es damit unter die .Top 10. der Kandidaten.
* Long Dong Silver (. 1995 an Drogenkonsum), bekannt für extreme Länge seines Penis., der angeblich über 45 cm lang war.
* Gina Wild (bürgerlicher Name: Michaela Schaffrath) schaffte es, über die Pornobranche hinaus im deutschsprachigen Raum als Schauspielerin bekannt zu werden.
* Teresa Orlowski, eigentlich Teresa Or.owska; in Deutschland lebende Pornodarstellerin und -produzentin
* Traci Lords, spielte nach ihrer Porno-Zeit in vielen Spielfilmen mit.
* Ginger Lynn, Pornodarstellerin, die später unter anderem auch in einem Hollywood-Streifen zu sehen war.
* Jeff Stryker, einer der bekanntesten schwulen Pornodarsteller.
* Chasey Lain, eine amerikanische Pornodarstellerin, die durch den ihr gewidmeten Song .The Ballad Of Chasey Lain. von der Bloodhound Gang über die Pornobranche hinaus bekannt wurde.
* Jenna Jameson, amerikanische Pornodarstellerin und -produzentin. Eine der erfolgreichsten Darstellerinnen überhaupt, trat auch in Musikvideos von z. B. Eminem auf und veröffentlichte einen autobiografischen Bestseller.
* Ron Jeremy, einer der bekanntesten US-amerikanischen männlichen Pornodarsteller; hält den Guinness-Rekord für die größte Anzahl von Auftritten in pornografischen Filmen.
* Rocco Siffredi, spielte auch eine Rolle im Erotikdrama Romance XXX.
* Sibel Kekilli wirkte bis 2002 mit unterschiedlichen Künstlernamen in mehreren Pornofilmen mit, bevor ihr 2004 mit dem preisgekrönten Kinofilm Gegen die Wand der Durchbruch als Schauspielerin gelang.

Genres

Wie auch bei anderen Filmen gibt es bei Pornofilmen eine ganze Reihe verschiedener Produktionsarten:

* Spielfilme: Meist eine einfache Geschichte, in der jede Gelegenheit zu sexuellen Darstellungen genutzt wird. Oft auch als Features bezeichnet.
* Reality-Filme: Scheinbar aus dem Leben gegriffene Szenen, bei denen Einzelpersonen oder Paare auf der Straße oder an einem anderen Ort angesprochen und zu sexuellen Handlungen vor der (zum Teil angeblich versteckten) Kamera verführt werden.
* Nummern-Filme: Die Porno-Variante des Episodenfilms: Eine Szene nach der anderen, in der nur sexuelle Handlungen gezeigt werden. Bei diesen Filmen wird komplett auf Rahmenhandlung verzichtet. Oft sind die Szenen aus verschiedenen anderen Filmen zusammengeschnitten worden. Nummern-Filme sind häufig auch Zusammenstellungen bestimmter Sexualpraktiken, oft auch als Vignettes bezeichnet.
* Adaptionen: großer Publikumserfolge des kulturellen Mainstreams; wenn etwa aus Alice im Wunderland eine Alice im Spermaland oder aus Clockwork Orange die Clockwork Orgy wird.
* Zeichentrickfilme: Vor allem in Japan hat sich eine eigene Industrie für pornografische Trickfilme entwickelt. Außerhalb Japans werden Comics und Animationen im Manga- bzw. Anime-Stil, in denen sexuelle Handlungen dargestellt werden, als Hentai (japanisch für .Transformation. bzw. .Abweichung.) bezeichnet. Hentai reicht von Softsex-Darstellungen bis zu sehr brutaler, harter Pornografie.
* Gonzo: Meist Pornofilme ohne Handlung, die nur aus Sexszenen bestehen. Die Besonderheit von Gonzo ist, dass der Kameramann bzw. Regisseur nicht als neutraler Beobachter agiert, sondern für den Zuschauer ersichtlich in das Geschehen eingreift . indem er z. B. Anweisungen gibt, Dialoge mit den Darstellern führt oder selbst an sexuellen Handlungen teilnimmt und damit also auch zum Darsteller wird. Dieses Genre wurde von John Stagliano erfunden. Eine Unterart hiervon sind die so genannten P.O.V.-Filme (.Point of View.), in denen die Kameraführung aus der Position eines (meist) männlichen Darstellers erfolgt und dem Zuschauer eine aktive Teilnahme suggeriert. Eine Gonzodarstellerin ist in der Pornobranche der Gegensatz zu den Glamour-Pornosternchen. Vertreterinnen dieses Genres verfügen meist nicht über das perfekte Modelaussehen, sondern setzen stattdessen auf Natürlichkeit und Ausstrahlung.
* Artcore: Filme, die man eigentlich auch durchaus den Vignettes bis hin zu den Features zurechnen könnte. Sie zeichnen sich jedoch durch besonderes Augenmerk auf Kameraführung, besondere Schnitttechniken, Verwendung von Zeitlupe und Farbverfremdungen aus. Die markantesten Vertreter dieses Genres sind Andrew Blake, Michael Ninn, Christophe Mourthe und Philip Mond.
* Bukkake: In so genannten Bukkake-Movies werden die Darstellerinnen von möglichst vielen Männern hintereinander im Gesicht und auf dem Oberkörper mit Sperma bespritzt. Geschlechtsverkehr erfolgt in diesem Genre eher nur .beiläufig. zur Stimulation der Zuseher und Akteure.

Sub-Genres

Die folgende Liste ist weit davon entfernt, umfassend zu sein, da viele verschiedene Arten von Pornografie existieren. Pornografie für unterschiedliche sexuelle Ausrichtungen und Geschmäcker ohne einen speziellen Pornografiebezug sind nicht aufgelistet:

* Amateur: Der Produzent versucht hierbei den Eindruck zu erwecken, es handele sich um Amateuraufnahmen. Es finden sich aber lediglich nur selten wirklich privat gedrehte Aufnahmen darunter.
* Creampie: Szenen, bei denen das Ejakulat aus dem Körper der Darstellerin wieder herausläuft.
* Gangbang: Gruppensex mit extremer Überzahl an männlichen Teilnehmern, die abwechselnd oder gleichzeitig eine Frau penetrieren. Beim .Reverse Gangbang. teilen sich viele Frauen einen Mann.
* Golden Shower: Das Urinieren von Darstellern (siehe auch Urophilie)
* Voyeur oder Hidden Camera: Pornografie, die mit versteckter Kamera aufgenommen wird. Meist wird jedoch nur vorgegeben, dass die Darsteller nichts von der Kamera wissen.
* Exhibitionist/Exhi oder Nude in Public: Nackte Zurschaustellung und sexuelle Handlungen in der Öffentlichkeit, zum Teil mit (eingeweihten) Zuschauern.
* Slash Fiction: Pornografische Geschichten über bekannte erfundene Charaktere, normalerweise Serien- und Filmcharaktere. Diese werden meist nicht zu kommerziellen Zwecken produziert und verletzen oft auch Copyrights. Häufig werden homosexuelle Handlungen beschrieben. Slash Fiction ist die einzige Form der Pornografie, die häufiger von Frauen als von Männern produziert wird.
* Interactive Pornography: Meist auf DVD veröffentlichte Filme, in denen der Zuschauer per Fernbedienung in die Handlung eingreifen kann.
* Vintage Erotica: (engl. vintage = dt. Jahrgang, alt, uralt, glänzend, hervorragend usw.) Meist ältere und relativ aufwändig produzierte Hardcore-Filme, z. B. im Stil der Katharina-die-Große- und Josefine-Mutzenbacher-Pornos.
* Zwillings-Pornos: Die einzige nachweisbare Form der Inzest-Pornografie. Bei so genannten .Twin.-Pornos kommt es allerdings nur selten wirklich zu sexuellem Kontakt zwischen Zwillingen.
* Deep Throat: war der Name des ersten semi-professionell gedrehten Hardcore-Films in den 1970er-Jahren. Deepthroating bezeichnet das Einführen eines Penis in Mund und Rachen, bis die Lippen an der Peniswurzel anliegen. Deep Throat ist heute auch ein gebräuchlicher Ausdruck für Pornografie, in der diese Technik gezeigt wird.
* Teen Sex: bezeichnet Hardcore-Sex, in denen die Akteure möglichst jung und unschuldig dargestellt werden. Im Gegensatz zur verbotenen Kinderpornografie sind die Darsteller aber volljährige Personen, auch wenn bewusst mit der Illusion gespielt wird, sie seien etwas jünger. Zur Zeit gibt es allerdings Bestrebungen von Politikern, die eine Novellierung des § 184b StGB fordern, durch die auch derartige Filme als Kinderpornografie gewertet werden können, in denen die beteiligten Akteure nicht den sofortigen Anschein erwecken, bereits volljährig zu sein (so genannte Scheinkinder), selbst wenn sie es in Wirklichkeit doch sind. Alle namhaften deutschen Pornofilm-Produktionsfirmen haben sich auf Grund dieser Scheinminderjährigkeits-Problematik Anfang Februar 2007 dazu entschlossen, ihre Titel in Zukunft mit einem Hologramm zu kennzeichnen, das als Garantieerklärung dafür dienen soll, dass ausschließlich volljährige Personen im jeweiligen Film vor der Kamera agieren. Zudem soll diese Markierung Originale und Fälschungen deutlicher erkennbar machen.
* Rape Fantasy: Hier wird eine Vergewaltigung einer Frau durch einen Mann gespielt. Oft auch Bezeichnung für besonders harte Sex-Darstellung.

Vokabular

Genretypische Begriffe:

* ATM: = ass to mouth; nach dem Analverkehr wird sofort auf Oralsex gewechselt.
* Cum: Sperma.
* Cumshot (auch Money-shot): Die Szene, bei der ein Mann sichtbar ejakuliert.
* Meat-shot (auch Pink-shot oder Close-up): Nahaufnahme primärer Geschlechtsteile in Aktion.
* Doppelpenetration (DP) (auch Sandwich): Gleichzeitiger analer wie vaginaler Geschlechtsverkehr. Ein so genannter Dreier.
* FemDom: Abkürzung für Female Domination: Frau dominiert eine andere Frau oder einen Mann.
* Mature: Sexuelle Darstellung, bei dem ältere Frauen dargestellt werden. Teilweise werden bereits Frauen ab 30 Jahren diesem Genre zugeordnet. Auch: Granny, Grandmother, MOM, MILF (Abk. für: .Mom I'd like to fuck.).
* Feet: Darstellung von Füßen. Die Spanne reicht von einfachen Fotos von Füßen bis zur Einbeziehung der Füße in eine sexuelle Handlung; siehe Fußfetischismus.
* Fisting: Einführen der Hand bzw. Faust in die Vagina oder in den Anus.
* Facial: In ein Gesicht ejakulieren.
* Doppelt Vaginal Doppelt Anal (DVDA): Doppelt analer, sowie auch doppelt vaginaler Geschlechtsverkehr (Phantasiestellung aus dem Film Orgazmo, siehe dazu auch DVDA (Band)).
* NS, KV: Abkürzung für Natursekt und Kaviar. Sexualpraktiken mit Urin und Exkrementen.

Pornofilme für Frauen

In der Hardcore-Szene sind in den letzten Jahren einige Filme gedreht worden, die auch heterosexuelle Frauen als Konsumentengruppe ansprechen sollen. Hierbei wird, zum Teil unter weiblicher Regie, weit mehr Wert auf eine sich erst langsam aufbauende und relativ anspruchsvolle Handlung gelegt, wobei zumeist auch auf die üblichen ausführlichen Nahaufnahmen verzichtet wird und speziell die so genannten Facial-Szenen fast völlig fehlen. Für derartige Filme hat sich inzwischen der Begriff Heartcore bzw. HeartCore etabliert.

Als besonders hervorzuheben für dieses noch junge Genre gelten zum Beispiel die unter der Schirmherrschaft von Lars von Trier und seiner dänischen Firma Puzzy Power (Zentropa) gedrehten Filme Pink Prison (deutscher Magma-Titel: Hinter Gittern gevögelt), Constance (im Tabu-Love-Vertrieb; Hauptakteurin in beiden Produktionen ist die Dänin Katja Kean) und All About Anna . A HeartCore Feature. Zitat: .Auch Frauen gucken gern Menschen beim Sex zu. Was sie nicht mögen, sind endlose Nahaufnahmen von rammelnden Körperteilen ohne Geschichte dahinter. Lars von Trier kapierte das als Erster und produzierte qualitativ hochwertige Frauenpornos.. . Stern, Heft 40, 27. September 2007.

Außerdem können die auf 35-mm-Film gedrehte Hochglanz-Produktion Zazel (deutscher Puaka-Titel: Der Duft der Liebe) von Regisseur Philip Mond mit nicht weniger als acht Penthouse- und Hustler-Fotomodellen, die deutschen Produktionen des femme-fatale-Labels sowie einige Einzeltitel anderer Produktionsfirmen (z. B. Conquest mit Jenna Jameson, Torero mit Rocco Siffredi und Pirates) dazu gezählt werden.

Auch die meisten der auf diversen DVDs zu findenden Episoden von Gina Wild werden sowohl von Männern als auch von Frauen geschätzt. Nicht zuletzt gelten einige Filme des amerikanischen Regisseurs Andrew Blake (u. a. Wet) als besonders ästhetisch und somit gleichfalls als weitgehend frauenfreundlich bzw. attraktiv für heterosexuelle wie lesbische Zuschauerinnen. Dasselbe sagt man auch dem Film Fem Sonata von Regisseur Michael Ninn nach, der Ende 2005 vom Label PurePlay by Private herausgegeben wurde.

Ein Produkt mit dem propagierten Anspruch, der .ultimative Porno für Frauen. zu sein, ist z. B. auch der Beate-Uhse-Titel Sexual Sushi der Regisseurin Petra Joy. Alle darin agierenden Akteure sollen auch im realen Leben verbunden sein, weswegen für den Film auch .absolute Authentizität. reklamiert wird. Gewisse Aussagen, die besagte TV-Reporterin, Fotografin und Filmemacherin Petra Joy (Magister-Abschluss in Englisch, Geschichte und Filmstudien an der Universität zu Köln) dem Branchen-Fachmagazin Sign (Ausgabe: Februar 2006) gegenüber machte, zeigen eine nicht zu unterschätzende feminine Sicht über das derzeitige Pornoangebot. Ein Zitat: .Es gibt nichts für heterosexuelle Frauen, was das Resultat hat, dass viele Gay-Pornos gucken, um zumindest hübsche und leidenschaftliche Männer zu sehen .. Nach ihrem Erstling Sexual Sushi hat Petra Joy im Sommer 2006 mit Female Fantasies bereits ihren zweiten Porno speziell für Frauen veröffentlicht.

Gesundheitliche Aspekte in der Pornobranche

In Pornos werden heterosexuelle Praktiken meist ohne Kondome durchgeführt. In Schwulenpornos hingegen ist der Gebrauch von Kondomen beim Analverkehr inzwischen die Regel; ungeschützten Verkehr bezeichnet man in diesem Zusammenhang als barebacking (engl. für .ohne Sattel.). Insgesamt verwenden nach einer Studie der Adult Industry Medical Health Care Foundation nur etwa 17 Prozent der Pornodarsteller Kondome.[18][19]

Zwar sind in der Pornobranche regelmäßige HIV-Tests üblich, doch kann es zwölf Wochen oder noch länger dauern, bis eine Infektion nachweisbar ist. Dadurch entsteht eine gefährliche Lücke, in der der Infizierte eine große Zahl seiner wechselnden Sexualpartner anstecken könnte. Die Tests sind verpflichtend, werden aber nicht unbedingt vor jeder neuen Produktion kontrolliert. Somit haben die Darsteller ein erhöhtes Risiko, sich mit HIV und anderen Krankheiten wie Hepatitis B, Gonorrhoe, Syphilis oder Chlamydien anzustecken.

Nachdem im Jahr 2004 die Infektion zweier Pornodarsteller in den USA bekannt wurde, erwog das kalifornische Gesundheitsministerium die Einführung einer Kondompflicht für Pornoproduktionen. Die Filmproduzenten reagierten, indem sie auf PCR-Tests wechselten. Diese senken die Nachweisschwelle auf ca. eine Woche nach einer Infektion, sind aber gegenüber den Antikörper-basierten Tests wie Western Blot erheblich teurer.